Wann lohnt sich ein sparsameres Gerät wirklich?
Ein neuer Kühlschrank oder Trockner spart jedes Jahr Strom, kostet aber einmal Geld. So rechnen Sie aus, welche Seite gewinnt — mit den kWh-Werten vom Energielabel.
Ein einmaliger Preis gegen eine jährliche Ersparnis
Jedes Argument für den Tausch eines funktionierenden Geräts endet bei derselben Gegenüberstellung: Sie zahlen einmal einen Preis und sparen jedes Jahr einen kleineren Betrag, solange Sie das neue Gerät behalten. Ob das aufgeht, hängt an drei Zahlen — was das alte Gerät verbraucht, wie viel weniger das neue braucht und was Sie pro Kilowattstunde zahlen.
Unser Gerätetausch-Rechner nimmt diese drei Zahlen plus den Kaufpreis und liefert die Amortisationszeit, damit Sie nicht raten müssen, ob acht Jahre kleiner Ersparnisse einen Preis von heute decken.
Das Label lesen, nicht die Werbung
Kühl- und Gefriergeräte geben ihren Verbrauch in kWh pro Jahr an, weil sie durchlaufen. Waschmaschinen, Spülmaschinen und Trockner nennen kWh pro 100 Zyklen, weil ihr Verbrauch ganz davon abhängt, wie oft sie laufen. Beide Werte zu vermischen ist der häufigste Fehler: Ein Trockner mit 235 kWh pro 100 Zyklen ist kein Gerät mit 235 kWh im Jahr, außer Sie trocknen zufällig genau hundertmal.
- Kühlen und Gefrieren: den Jahreswert direkt vom Label übernehmen.
- Waschen und Trocknen: kWh pro 100 Zyklen mal eigene Zyklen pro Jahr, geteilt durch 100.
- Beim vorhandenen Gerät schlägt ein Energiemessgerät über eine Woche jeden fünfzehn Jahre alten Aufkleber.
Ein Beispiel mit ehrlichen Zahlen
Eine alte Kühl-Gefrier-Kombination mit 450 kWh im Jahr gegen ein neues Gerät mit 150 kWh spart 300 kWh. Bei 0,30 pro kWh sind das 90 im Jahr. Ein Kaufpreis von 700 braucht damit rund 7,8 Jahre — das erste volle Plusjahr ist Jahr 8, und über zehn Jahre gewinnt der Tausch um etwa 200. Das ist eine echte Ersparnis, aber nicht die spektakuläre, die das Preisschild im Laden nahelegt.
Ein geänderter Wert verschiebt das Ergebnis stark. Doppelter Strompreis halbiert die Amortisation, ein halbierter Abstand zwischen den Geräten verdoppelt sie. Deshalb sagt eine Zahl aus der Werbung nichts ohne Ihren eigenen kWh-Preis, den Sie auch für alle anderen Geräte im Haus im Stromkosten-Rechner einsetzen können.
Wenn die Amortisation nicht trägt
Liegt die Amortisation hinter dem Zeitpunkt, an dem Sie das Gerät noch besitzen wollen, trägt die Stromersparnis den Kauf jetzt nicht. Das ist eine saubere Antwort, und sie ist es wert, sie schriftlich zu haben, bevor Effizienz im Verkaufsgespräch zu Dringlichkeit wird. Der Tausch kann trotzdem richtig sein — eine Gefriertruhe ohne stabile Temperatur, ein Gerät nach der ersten Reparatur, eine ohnehin neue Küche —, dann ist der Grund aber Zuverlässigkeit und nicht die Stromrechnung.
- Zinsen, Lieferung und Anschluss stecken nicht in der Amortisation, außer Sie schlagen sie auf den Preis.
- Der Gebrauchtwert des alten Geräts verkürzt die Zeit, eine Inzahlungnahme ebenso.
- Die Labelwerte stammen aus einem Normprogramm; wer heißer wäscht oder weniger füllt, trifft sie nicht genau.
Dieselbe Prüfung vor dem nächsten Kauf
Nützlich ist, den Vergleich vor dem Einkauf zu rechnen und nicht im Laden. Notieren Sie den Verbrauch des alten Geräts, legen Sie den Zeitraum fest, mit dem Sie wirklich planen, und messen Sie jeden Kandidaten daran. Steht auch eine Solaranlage auf der Liste, nutzt der Solaranlagen-Ersparnis-Rechner dieselbe Logik für eine größere Anschaffung.
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